Bonn – Haus der Geschichte

In Bonn, auf der Museumsmeile, direkt neben dem Kunstmuseum Bonn und der Bundeskunsthalle befindet sich das „Haus der Geschichte“.
Ein verlängertes Wochenende in unmittelbarer Nachbarschaft (vielen Dank an Bernd für Unterkunft und Gastfreundschaft) führte mich unter anderem auch hierher.

Das „Haus der Geschichte“ befasst sich mit der Historie Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg bis in die Gegenwart.
Für die Nachkriegsgeneration eine Zeitreise mit  Dejavu – Garantie einer Vielzahl sentimentaler Erinnerungen a la“Mausi, weisst Du noch…“
Für mich persönlich als Kind der späten 70er und frühen 80er  (was konkret bedeutet, Woodstock, Kiffen und freie Liebe waren vorbei und Love Parade, Techno, Ecstacy und freie Liebe noch nicht am Horizont, demnach blieben lediglich Fremdschäm- Jackets mit viel zu breiten Schulterpolstern und die neue deutsche Welle) nehme ich in der Tat pittoreske Zeittupfer mit nach Hause, wenngleich die zentralen Themen meiner Jugend (Anti Atomkraft- Bewegung, Startbahn West, Nato- Nachrüstungsbeschluss (die RAF muss ich übersehen haben))  zwar vorhanden waren, aber ihren politischen Stellenwert in der Gesellschaft in seiner Intensität nicht vermittelbar und daher eher als pittoreske Fußnote  agierend rüberkamen.
Ob bei gegenwärtigen und zukünftigen Generationen  mehr ankommt als der Eindruck eines skurrilen Historien- Panoptikums ist für mich, ich mag mich irren, eher zweifelhaft.

Was mich am meisten stört: Der willkürliche aber selbstverständlich wohldurchdacht intentionelle Start der Zeitreise im Jahr 1945 ist IMHO eine vertane Chance des Versuchs der  Aufarbeitung des Nationalsozialismus.
Wo, wenn nicht hier, in einem solchen Museum, hätte man im Sinne eines Zeitstrahls, beginnend mit der Märzrevolution 1848 als Startpunkt des modernen Deutschlands, die Möglichkeit gehabt, das laut Selbsteinschätzung der Betreiber 1000 jährige Reich in seiner Kurzlebigkeit und unverändert beschämenden Irrhaftigkeit einzuordnen, statt es, wie bislang immer, so auch hier wieder geschehen, in Vogel Strauss- Manier auszublenden.

Davon abgesehen fand ich den Besuch des Museums ausgesprochen kurzweilig und interessant.
Ein paar Fotominiaturen (Leica M Monochrom, Noctilux 0.95)  habe ich in der nachfolgenden Galerie als Impressionen beigefügt.

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